
Leiterweiterbildung des Appenzeller Plusport Verbandes
Von Basketball und Wahrnehmungsstörungen
Am 21. Oktober 2006 trafen sich Leiter des Appenzeller Plusport Verbandes zur Weiterbildung betreffend Basketball und Wahrnehmungsstörungen. Sportlehrer und PLUSPORT Ausbildner Werner Leutenegger, Uzwil, sowie Sonderpädagogin Brigitte Pastewka, St. Gallen, waren die Referenten.
In den vier Sektionen Innerrhoden, Vorder-, Mittel- und Hinterland des Appenzeller Plusport Verbandes (APV) werden schwergewichtig Turn- und Schwimmlektionen angeboten. Deshalb zeigte sich Kantonalpräsidentin Isabelle Kürsteiner, Walzenhausen, erfreut, dass Steve Monnigadon, Technischer Leiter APV, bereits in ihrem ersten Amtjahr entsprechend den Schwerpunkten der Trainings der vier Sektionen erstmals zwei Weiterbildungskurse organisieren konnte. Dies war möglich geworden, weil der APV durch eine grössere Trauerspende unterstützt wurde. So konnten die Mittel freigestellt werden, um das Angebot der Weiterbildung zu vergrössern.
Basketball beginnt mit rollen und prellen
22 Leiterinnen und Leiter trafen sich in der Sporthalle Landhaus in Teufen. Werner Leutenegger zeigte den Aufbau bis zum Basketballspiel. Begonnen wurde dabei mit rollen, prellen, werfen als Einzel-, Paar- sowie Gruppenübung. Schliesslich folgte Angriff und Verteidigung, dazwischen jedoch immer wieder ein Gedankenaustausch betreffend den Möglichkeiten der eigenen Gruppen. Musste der eben trainierte Lernschritt nochmals unterteilt werden oder konnte ein grösserer folgen. Einmal mehr zeigte es sich, dass eine Sportstunde für eine heterogen zusammengesetzte Gruppe die grösste Herausforderung für Leiterinnen und Leiter darstellt. So muss eine Übung sowohl für Fussgänger als auch für Rollstuhlfahrer möglich sei und die verschiedensten Stärkegruppen abdecken. Im Appenzellerland existieren nur heterogene Gruppen, weshalb diese Herausforderung in jeder Sportlektion ihre Gültigkeit hat und die Diskussion viele Möglichkeiten, das Training zu vereinfachen oder zu erschweren eröffnete.
Wahrnehmungsstörungen sieht man nicht
Steve Monnigadon hatte für das Referat über Wahrnehmungsstörungen Fachfrau Brigitte Pastewka vom Zentrum für Wahrnehmungsstörungen verpflichten können. In einen äusserst spannenden Vortrag mit Videoeinspielungen und kleinen praktischen Beispielen führte sie die das Leiterteam des APV in das riesige Gebiet der Wahrnehmungsstörungen ein. Sie unterstrich, dass man Wahrnehmungsstörungen nicht sehen könne, weshalb unübliche Reaktionen meist auf Unverständnis stiessen. Menschen mit Wahrnehmungsstörungen seien nicht geistig behindert. Sie realisierten das Ziel, könnten den Weg dorthin aber nicht ausführen. Die darauffolgende Reaktion wie Aggressionen sei nicht geplant und werde schon gar nicht freiwillig ausgeführt, „es tue einfach“. Nun gelte es, die Situation so zu gestalten dass „es nicht so tun müsse“, auch in der Sportstunde.
Nächster Kurs folgt sogleich
Die Kursauswertung zeigte ein grosses Interesse an der Weiterverfolgung des Referates von Brigitte Pastewka. Weitere Wünsche waren unter anderem die Einführung in das Geräteturnen sowie das Sichern der Sportler am Gerät oder aber Kommunikation im Turnen und Tanz. Ein grosses Dankeschön des APV ging nach Innerrhoden für das Kuchenbacken und das Organisieren der Biberli. Der zweite Kurs zum Thema „Einführung in die Erneuerungen in den Schwimmtechniken und Umsetzung von verschiedenen Trainingsmöglichkeiten“ wird am 18. November im Hallenbad Speicher durchgeführt. Ob im nächsten Jahr zusätzlich ein Referat im Frühjahr organisiert werden kann, hängt vom Fluss der Finanzen ab.